Ehrengast
Ehrengast - Cellist - Alban Berg Quartett
- Jahre
- 20252024
- Website
- valentinerben.com ↗
- Sprachen
- Deutsch: fliessend, Englisch: fliessend

Um die Wurzeln des gebürtigen Wieners zu finden, muss man nach Böhmen, Slowenien, Siebenbürgen und sogar nach Holland reisen. Sein Vater, ein musikliebender Physiker, und seine Mutter, eine Berufspianistin, lehrten ihren Sohn, keinen Tag ohne Musik vergehen zu lassen.
Als er 1967 den «Premier Prix du Conservatoire National Supérieur de Musique» in Paris erhielt, sagte sein Lehrer André Navarra etwas skeptisch voraus:
«Sie werden in Ihrem Leben zu viel Kammermusik spielen.»
Jahre später, als er ihn mit dem Alban Berg Quartett hörte, bezeichnete er Valentin Erben – diesmal voller Bewunderung – als «Virtuosen der Kammermusik».
Günter Pichler, der Primarius des Alban Berg Quartetts, nennt ihn den «Engel des Streichquartetts».
Valentin Erben wurde 1945 in Pernitz geboren. Ab 1947 lebte seine Familie in Augsburg. Seine Mutter, eine Pianistin, und sein Vater, ein Amateurgeiger und -cellist, luden regelmässig Freunde zum Kammermusizieren nach Hause ein. So kam Valentin Erben schon sehr früh mit Musik in Berührung. Mit vier Jahren erhielt er sein erstes «Cello» – in Wirklichkeit eine umgebaute Bratsche. Nach ersten Schritten auf dem Cello unter der Anleitung seines Vaters nahm er mit acht Jahren Unterricht bei Paul Freidel, dem Solocellisten des Städtischen Sinfonieorchesters und Schüler von Julius Klengel.
Geprägt von vielen schönen musikalischen Erlebnissen und Begegnungen – zahlreichen Konzerten im Herkulessaal in München, darunter unvergessliche Eindrücke von Rudolf Serkin und dem Végh-Quartett, sowie einer Reise zu Pablo Casals in die französischen Pyrenäen – hegte er schon sehr jung den Wunsch, Cellist zu werden.
1960 begann Valentin Erben sein Cellostudium bei Walter Reichardt an der Hochschule für Musik und Theater München. Im Juli 1963 hatte er in Siena eine Begegnung, die für seinen weiteren Weg von grosser Bedeutung sein sollte: Er lernte den berühmten Cellisten und Pädagogen André Navarra sowie andere renommierte Cellisten wie Maurice Gendron und Paul Tortelier kennen.
1964 schloss er sein Studium in München ab und setzte es in Wien bei Tobias Kühne fort, einem ehemaligen Schüler Navarras. Im Februar 1965 spielte er Schumanns Cellokonzert im Grossen Saal des Wiener Konzerthauses.
Von 1965 bis 1968 erlebte Valentin Erben eine glückliche und intensive Studienzeit bei André Navarra am Conservatoire de Paris. Zudem erhielt er Kammermusikunterricht bei Jean Hubeau und Joseph Calvet. Im Mai 1968 erhielt er den «Premier Prix» für Violoncello und Kammermusik und kehrte daraufhin nach Wien zurück.
Im Frühling 1969 wurde in Wien das Alban Berg Quartett gegründet – eine schicksalhafte und erfolgreiche Verbindung von vier Musikern, die die internationale Streichquartettszene fast 40 Jahre lang prägen und beherrschen sollten.
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Von 2004 bis 2007 war Valentin Erben zudem Mitglied des Lucerne Festival Orchestra unter der Leitung von Claudio Abbado.
Im Juni 2013 trat Valentin Erben an der Universität für Musik und darstellende Kunst Wien, an der er über 40 Jahre unterrichtet hatte, in den Ruhestand.
Valentin Erben spielt das berühmte Violoncello von Matteo Goffriller aus dem Jahr 1722, bekannt als «Ex-Pierre Fournier» und «Ex-Yo-Yo Ma».
Neben einer regen Konzerttätigkeit als Solist und Kammermusiker hält er heute auch musikalische
Vorträge, gibt Kammermusik-Meisterkurse – unter anderem in Paris mit ProQuartet – und arbeitet mit Komponisten, Sängern und Tänzern zusammen.


